Gesundheit

Renaissance der Zauberpilze

Zauberpilze, auch Magic Mushrooms genannt, sind eng mit der Kulturgeschichte der Menschheit verbunden. Welche Bedeutung sie für die Frühmenschen hatten, das zeigt sich in vielen Höhlenmalereien, die sinnliche Erfahrungen ganzer Sippen mit den Zauberpilzen reflektierten. Das Drogentabu nach dem Zweiten Weltkrieg verbannte den Konsum von Zauberpilzen in die Illegalität. Konsumenten mussten mit harten Sanktionen mit teilweise langen Haftstrafen rechnen. In den letzten Jahren hat allerdings ein Umdenken stattgefunden. Die positiven Aspekte der Zauberpilze rücken wieder stärker in den Fokus.

Was sind Zauberpilze?

Als Zauberpilze werden Pilze mit dem Wirkstoff Psilocybin bezeichnet, der im Körper in das psychoaktive Psilocin umgewandelt wird. Die Zahl der Pilze, die Psilocybin enthalten, wird weltweit auf etwa 200 geschätzt. In unseren Breiten ist der Spitzkegelige Kahlkopf typisch. Die eigenständige Suche nach halluzinogenen Pilzen ist aber nicht ungefährlich, denn aufgrund ihres Aussehens werden sie oft mit Pilzen verwechselt, die wirklich giftig sind und in hohen Dosen sogar tödlich sein können. Wer hingegen Magic Mushrooms kaufen möchte, der vermeidet das Risiko verhängnisvoller Fehlgriffe.

Magic Mushrooms als Essenz kultischer Rituale verschiedener Naturvölker

Bekannt sind Zauberpilze für ihre spirituellen Grenzerfahrungen. In Europa gehörten sie zum Repertoire der Druiden, in Amerika der Medizinmänner und in Asien der Schamanen. Sie unterstützten die kultischen Rituale der naturverbundenen Völker und halfen den Anwesenden, den Zustand der Ekstase zu erlangen, der ein heiliges Band zwischen der Gemeinschaft schloss und das Zugehörigkeitsgefühl der Gruppe verstärkte.

Zurück zur Natur

In der Moderne ging der Kontakt mit dem Unterbewusstsein weitgehend verloren und wurde als unzivilisiert, rückständig und barbarisch dämonisiert. Mit dem Kampfbegriff der Esoterik wurden all jene verspottet, die auf ihre Weise versuchten, zu den ursprünglichen Quellen des Menschseins zurückzufinden.

Die Postmoderne ist hingegen wieder mehr von einem ganzheitlichen Weltbild geprägt. Obsolet geworden ist das Ziel, sich die Natur Untertan zu machen. Es hat dem Bestreben nach einem partnerschaftlichen Verhältnis zur Natur Platz gemacht. Das Konzept der Green City soll die Betonwüsten aus dem 20. Jahrhundert ersetzen. Nicht mehr autogerecht haben die Städte heute zu sein, sondern gerecht gegenüber den Menschen und der Natur.

Durchbruch durch Hopkins-Studie

Heute werden psychedelische Pilze als psychiatrische Alternative zu Psychopharmaka diskutiert, weil sich gezeigt hat, dass die gängigen Medikamente Betroffenen oft nur unzureichend helfen. Wegweisend war dazu in diesem Zusammenhang eine Studie der John-Hopkins-Universität in Baltimore (USA). Bereits eine einmalige Einnahme der Zauberpilze reichte aus, um positive persönlichkeitsverändernde Effekte hervorzurufen wie eine Verbesserung des Wohlbefindens, eine größere Offenheit und Fröhlichkeit sowie eine Stärkung des Selbstvertrauens und eine optimistischere Einstellung.

Bemerkenswert an der Studie war die Beobachtung, dass die Effekte langanhaltender Natur waren und auch nach 14 Monaten noch zu beobachten waren. Die Konsumenten urteilten durch die Bank hinweg, die Einnahme gehöre zu den tiefsten Eindrücken in ihrem gesamten Leben. Außerdem erstreckten die Veränderungen sich auch auf Probanden, die älter als 25 Jahre waren und die damit ein Alter erreicht hatten, indem größere Persönlichkeitsveränderungen landläufig als ausgeschlossen gelten. Andere Forscher bemerkten die Stimulation weiterer positiver Effekte für die Persönlichkeit. Sie berichteten davon, dass Anwender großzügiger und kreativer wurden und eine feinere Antenne für Ästhetik entwickelten.

Wie sind die Befunde zu erklären?

Die Forschung zur Heilwirkung von Zauberpilzen ist noch im vollen Gange und noch lange nicht alle Geheimnisse sind den magischen Pilzen entlockt. In der Medizin wird derzeit die Hypothese diskutiert, dass das Psylocibin die Neurorezeptoren auf die Weise stimulieren könne, dass Gehirnregionen, die bislang getrennt voneinander wirkten, wieder miteinander interagieren können so wie dies bei Kindern noch der Fall ist. Die Heilwirkung entstünde demnach durch die Wiederentdeckung eines ganzheitlichen Denkens.

Diese Prozesse seien auch für eine weitere Beobachtung verantwortlich, nämlich dass der Konsum von Magic Mushrooms die Sinne erweitert. Erst der Konsum von Zauberpilzen würde es Menschen ermöglichen, die Pforte zu ihrem Unterbewusstsein zu öffnen, was die Voraussetzung dafür sei, tiefere Schichten der Persönlichkeit anzusprechen und Prozesse anzustoßen, die aus der Sackgasse fest eingefahrener Verhaltensmuster herausführen.

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