Gesundheit

Wie erkennt man einen Reizdarm und welche Therapie kann helfen?

Mehr als 12 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einem Reizdarm, der Großteil davon sind Frauen. Die Diagnose Reizdarm ist nicht so einfach und kann nur unter Ausschluss anderer Krankheiten von einem Facharzt gestellt werden. Viele Krankheitsbilder ähneln den Symptomen eines Reizdarms. Wenn länger als drei Wochen Stuhlunregelmäßigkeiten, Blähungen und Bauchschmerzen anhalten, sollte man einen Gastroenterologen aufsuchen.

Bei den meisten Menschen treten die Beschwerden nur gelegentlich auf und nur wenige leiden unter schweren Symptomen. Trotzdem ist ein Reizdarm lästig und schmälert die Lebensqualität.

Mögliche Ursachen

Wenige Studien zum Reizdarm wurden bisher gemacht und die Ursachen sind nicht genau geklärt. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen wurde jedoch festgestellt, dass die Darmschleimhaut bei den betroffenen Personen gegenüber mechanischen und chemischen Reizungen besonders empfindlich ist. Ebenso sind die Darmbewegungen gestört.

Vermutungen, dass eine ungesunde Ernährungs- und Lebensweise für einen Reizdarm verantwortlich ist, konnten nicht belegt werden. Dazu gehört auch ein vermehrter Kaffeegenuss, Alkohol- oder Nikotinkonsum. Ebenso sind Pilzinfektionen kein Auslöser für das Reizdarmsyndrom.

Erste Anzeichen und Symptome

Oft haben Betroffene vorher eine Magen-Darminfektion und die Beschwerden zeigen sich ohne Vorwarnung und ganz plötzlich. Viele Menschen hatten vor den ersten Symptomen einen großen psychischen Stress und nicht selten schon in der Kindheit mit Verdauungsstörungen zu kämpfen.

Klassische Symptome gibt es beim Reizdarmsyndrom nicht, sie können bei jedem Menschen anders sein. Einige klagen über Durchfall, andere wiederum über Verstopfung. Auch Völlegefühl und Blähungen sind Symptome, die auf einen Reizdarm hindeuten können. Weitere Hinweise für ein mögliches Reizdarmsyndrom:

  • Bei Schmerzbeginn vermehrter Stuhlgang
  • Unvollständige Stuhlentleerung
  • Nach dem Stuhlgang lässt der Schmerz nach
  • Bei beginnendem Schmerz weicher Stuhlgang
  • Schleimbeimengungen im Stuhl

Ein Reizdarmsyndrom ist nicht leicht zu erkennen. Nachfolgende Symptome sprechen allerding nicht für einen Reizdarm, sondern für eine andere Erkrankung:

  • Gewichtsverlust
  • Krankheitsbild, das sich verschlechtert
  • Blut im Stuhl
  • Symptome stören die Nachtruhe
  • Kurze Krankheitsgeschichte
  • Keine Verschlimmerung bei Stress
  • In Entlastungssituationen keine Besserung

Untersuchungen

Um ein Reizdarmsyndrom zu erkennen, muss der Gastroentereloge nach dem Ausschlussprinzip vorgehen und andere Erkrankungen ausschließen. Nachfolgende Krankheiten haben oftmals ähnliche Symptome:

  • Chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn, Darmpolypen oder Solitis ulcerosa.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Fruktose- und Laktose-Unverträglichkeit.
  • Magenschleimhautentzündung
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Leber oder Gallenblase.

Durch die unterschiedlichen Symptome des Reizdarms werden die Untersuchungen dementsprechend veranlasst. Nachstehende Verfahren sollen die Diagnose sichern:

  • Untersuchung von Blut, Stuhl und Urin
  • Darmspiegelung
  • Untersuchung mit Ultraschall, Computer- oder Magnetresonanztomografie
  • Laktose-Belastungstest
  • Test auf Sorbit-Unverträglichkeit
  • H2-Atemtest

Selten wird das gesamte Diagnostikprogramm durchgeführt, sondern individuell für die Betroffenen erstellt.

Behandlung

Bei leichten Beschwerden genügt oftmals die Umstellung der Ernährung. So sollen die Betroffenen Nahrungsmittel meiden, die das Verdauungssystem belasten. Dazu gehören beispielsweise Bohnen, Knoblauch, Zwiebel, scharfe Gewürze und Kaffee.

Oftmals helfen Entspannungsübungen wie Yoga oder autogenes Training um Stress abzubauen. Bei sehr schwerwiegenden Symptomen können psychotherapeutische Maßnahmen verordnet werden.

Solltenalle diese Maßnahmen nicht helfen, kann der Facharzt für einen zeitlich begrenzten Rahmen Medikamente gegen Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen verschreiben. In seltenen Fällen werden bei schwerwiegenden Symptomen Antidepressiva in geringen Dosen verabreicht.

Tipps

Für eine bessere Verdauungsfunktion bei Reizdarm wird von Medizinern zu einer gesunden Ernährung und einer ausgeglichenen Lebensweise geraten:

  • Bewegung

Mangelnde Bewegung wirkt sich negativ auf die Darmfunktion aus. Ratsam wären Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Wandern und Gymnastik.

  • Trinken

Damit der Darm optimal funktioniert, braucht er viel Flüssigkeit. Wer zu wenig trinkt, riskiert eine Verstopfung. Die empfohlene Menge liegt bei 2 Liter.

  • Ausgewogene Ernährung

Eine ballaststoffreiche, ausgewogene und faserreiche Kost ist wichtig für den Darm.

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